Du hast ein Manuskript geschrieben – oder bist mittendrin – und möchtest es bei einem Verlag einreichen. Doch bevor ein Lektor auch nur eine Seite deines Textes liest, landet dein Exposé auf dem Schreibtisch. Und genau dieses Dokument entscheidet darüber, ob dein Buch eine Chance bekommt oder im Stapel der Absagen verschwindet.
Verlage in Deutschland erhalten je nach Größe zwischen 200 und 2.000 unverlangte Manuskripteinsendungen pro Monat. Die meisten Lektoren investieren in ein Exposé gerade einmal 30 bis 60 Sekunden, bevor sie entscheiden, ob sie weiterlesen. Das klingt hart – aber genau deshalb ist ein professionelles Exposé so wichtig.
In dieser Anleitung erfährst du, was ein Buchexposé enthalten muss, wie du es aufbaust, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du dich von der Masse abhebst. Am Ende findest du eine Vorlage und eine Checkliste, die du direkt für dein eigenes Exposé nutzen kannst.
Was ist ein Buchexposé – und wozu brauchst du es?
Ein Exposé ist die Bewerbungsmappe deines Buches. Es fasst auf 3 bis 5 Seiten zusammen, worum es in deinem Werk geht, für wen es geschrieben ist und warum es auf den Markt gehört. Zusammen mit einer Leseprobe bildet es die sogenannte Verlagsbewerbung.
Dabei ist das Exposé weit mehr als eine Inhaltsangabe. Es zeigt dem Verlag auf einen Blick:
- Was dein Buch bietet (Thema, Inhalt, Alleinstellungsmerkmal)
- Für wen es geschrieben ist (Zielgruppe)
- Warum jetzt – also weshalb dieses Buch zum aktuellen Zeitpunkt relevant ist
- Wer du bist und warum ausgerechnet du die richtige Person bist, um dieses Buch zu schreiben
Ob Sachbuch oder Roman: Ohne Exposé geht bei den meisten deutschsprachigen Verlagen gar nichts. Auch Literaturagenturen erwarten in der Regel ein Exposé als ersten Kontaktpunkt.
Wichtig: Das Exposé ist kein Klappentext und kein Werbeflyer. Es ist ein professionelles Dokument, das sachlich und präzise informiert – aber gleichzeitig Lust auf mehr macht.
Die 6 Pflichtbestandteile eines Buchexposés
Jedes Exposé, das bei einem Verlag Chancen haben soll, enthält diese sechs Elemente. Die Reihenfolge kann leicht variieren, aber keines davon darf fehlen.
1. Der Pitch – das Herzstück deines Exposés
Der Pitch besteht aus 3 bis 5 Sätzen und steht ganz am Anfang. Er beantwortet die Frage: Warum sollte ein Verlag dieses Buch veröffentlichen?
Ein guter Pitch enthält drei Elemente:
- Das zentrale Thema oder die Prämisse deines Buches
- Den emotionalen oder intellektuellen Haken, der neugierig macht
- Die Relevanz – warum dieses Buch jetzt gebraucht wird
Beispiel für einen Sachbuch-Pitch: „Jährlich scheitern in Deutschland 80 % aller Diäten innerhalb der ersten sechs Monate. Dieses Buch zeigt auf Basis aktueller Ernährungsforschung, warum klassische Diätkonzepte zum Scheitern verurteilt sind – und stellt einen evidenzbasierten Ansatz vor, der auf nachhaltiger Verhaltensänderung statt auf Verzicht setzt. Für die geschätzt 20 Millionen Deutschen, die jedes Jahr einen neuen Anlauf nehmen.”
Beispiel für einen Roman-Pitch: „Hamburg, 1962. Während die Sturmflut die Stadt verwüstet, kämpft die junge Ärztin Margret Paulsen nicht nur gegen die Wassermassen, sondern gegen ein Geheimnis, das ihre Familie seit dem Krieg verbirgt. Ein historischer Roman über Schuld, Schweigen und den Mut, die Wahrheit ans Licht zu bringen.”
Der Pitch ist das Element, das Lektoren am häufigsten zuerst lesen. Investiere hier besonders viel Zeit – und überarbeite ihn mehrfach.
2. Die Inhaltsangabe
Die Inhaltsangabe umfasst je nach Buchtyp eine halbe bis anderthalb Seiten und gibt einen strukturierten Überblick über den gesamten Inhalt.
Beim Sachbuch listest du die Kapitel mit jeweils 2 bis 3 Sätzen auf, die den Kern des jeweiligen Kapitels zusammenfassen. Der Lektor muss erkennen können, dass dein Buch einen roten Faden hat und logisch aufgebaut ist. Wenn du bereits eine durchdachte Gliederung erstellt hast, kannst du darauf aufbauen.
Beim Roman erzählst du die Handlung von Anfang bis Ende – inklusive des Endes. Ja, du verrätst den Schluss. Das Exposé ist kein Klappentext. Der Verlag muss wissen, ob deine Geschichte funktioniert, und dazu gehört die Auflösung.
Achte darauf, dass die Inhaltsangabe nicht nur aufzählt, was passiert, sondern auch zeigt, wie sich dein Protagonist entwickelt (Roman) oder welchen Erkenntnisgewinn der Leser mitnimmt (Sachbuch).
3. Die Zielgruppenanalyse
Dieser Abschnitt wird von vielen Autoren unterschätzt – ist für Verlage aber entscheidend. Denn ein Verlag muss einschätzen können, ob es für dein Buch einen Markt gibt.
Beantworte folgende Fragen:
- Wer liest dein Buch? Beschreibe deine Zielgruppe so konkret wie möglich. Nicht „alle, die sich für Geschichte interessieren”, sondern „geschichtsinteressierte Leser zwischen 35 und 65, die historische Romane mit norddeutschem Lokalkolorit schätzen”.
- Wie groß ist die Zielgruppe? Gibt es Zahlen, die das Interesse belegen? Mitgliederzahlen von Fachverbänden, Verkaufszahlen vergleichbarer Bücher, Google-Suchvolumen?
- Wo erreichst du diese Zielgruppe? Hast du einen Blog, einen Podcast, eine Social-Media-Reichweite? Bist du in relevanten Netzwerken aktiv?
Ein Satz wie „Dieses Buch richtet sich an alle” ist für einen Verlag ein Warnsignal. Er zeigt, dass du dir keine Gedanken über den Markt gemacht hast.
4. USP und Marktanalyse – was macht dein Buch besonders?
Der USP (Unique Selling Proposition) beantwortet die Frage: Warum dieses Buch und nicht eines der zehn anderen, die es zum Thema bereits gibt?
Hier gehören zwei Dinge hinein:
Vergleichstitel: Nenne 2 bis 3 Bücher, die thematisch in eine ähnliche Richtung gehen, und erkläre, wie sich dein Buch davon abgrenzt. Vergleichstitel sind kein Zeichen von Schwäche – sie zeigen dem Verlag, dass du den Markt kennst. Ein Beispiel: „Ähnlich wie [Buchtitel] von [Autor], richtet sich mein Buch an [Zielgruppe], geht aber einen Schritt weiter, indem es [Alleinstellungsmerkmal].”
Aktualität und Relevanz: Gibt es einen aktuellen Trend, eine gesellschaftliche Debatte oder ein Ereignis, das dein Buch besonders relevant macht? Verlage denken in Programmen, die 12 bis 18 Monate in die Zukunft geplant werden. Wenn du zeigen kannst, dass dein Thema auch in eineinhalb Jahren noch aktuell sein wird, stärkst du deine Position.
5. Die Autoreninfo
Verlage investieren nicht nur in Bücher, sondern in Autoren. Die Autoreninfo zeigt, warum du die richtige Person bist, um dieses Buch zu schreiben.
Relevante Informationen:
- Fachliche Qualifikation: Ausbildung, Berufserfahrung, Forschung – alles, was dich als Experten für dein Thema ausweist
- Bisherige Veröffentlichungen: Bücher, Fachartikel, Kolumnen, Blog-Beiträge
- Plattform und Reichweite: Newsletter-Abonnenten, Social-Media-Follower, Podcast-Downloads, Vortragstätigkeit
- Persönlicher Bezug: Warum liegt dir dieses Thema am Herzen? Was ist deine Geschichte?
Wenn du noch keine Veröffentlichungen hast, ist das kein Ausschlusskriterium. Konzentriere dich dann auf deine Expertise und deinen persönlichen Zugang zum Thema.
Die Autoreninfo sollte in der dritten Person verfasst sein – das ist der Standard in der Verlagsbranche.
6. Die Leseprobe
Die Leseprobe gehört streng genommen nicht ins Exposé selbst, wird aber fast immer zusammen mit dem Exposé eingereicht. Üblich sind 20 bis 30 Normseiten – also etwa 2 bis 3 Kapitel.
Welche Kapitel du wählst, hängt vom Buchtyp ab:
- Roman: Immer mit dem Anfang beginnen. Der Verlag will sehen, ob du den Leser von der ersten Seite an fesseln kannst.
- Sachbuch: Die Einleitung plus ein besonders starkes Kapitel aus der Mitte des Buches, das deine Expertise und deinen Stil zeigt.
Die Leseprobe muss makellos sein. Rechtschreib- und Grammatikfehler in der Leseprobe sind für viele Lektoren ein sofortiger Ablehnungsgrund. Hier lohnt sich ein professionelles Lektorat oder zumindest ein gründliches Korrektorat vor dem Einreichen.
Exposé für Sachbuch vs. Roman – die wichtigsten Unterschiede
Obwohl der grundsätzliche Aufbau ähnlich ist, gibt es einige wesentliche Unterschiede, die du kennen solltest.
Sachbuch-Exposé
Beim Sachbuch steht die Expertise des Autors im Vordergrund. Verlage wollen wissen: Hat diese Person die Kompetenz, über dieses Thema zu schreiben? Und gibt es einen Markt für das Buch?
Besonderheiten:
- Die Gliederung ist besonders wichtig – sie zeigt, ob das Buch logisch aufgebaut ist
- Zahlen und Fakten zur Zielgruppe sind Pflicht
- Du musst das Buch nicht fertig geschrieben haben – viele Sachbuchverträge werden auf Basis eines Exposés plus Probekapitel geschlossen
- Wenn du bereits eine umfassende Gliederung hast, füge sie als Anhang bei
Wenn du dein Sachbuch noch schreibst, kann das Exposé sogar als Planungswerkzeug dienen. Es zwingt dich, dein Konzept auf den Punkt zu bringen, bevor du in die Tiefe gehst.
Roman-Exposé
Beim Roman steht die Geschichte im Mittelpunkt. Der Verlag will wissen: Funktioniert der Plot? Sind die Figuren glaubwürdig? Gibt es einen Spannungsbogen?
Besonderheiten:
- Die Inhaltsangabe verrät das Ende – immer
- Figurenentwicklung und emotionale Konflikte sind wichtiger als Plotdetails
- Der Roman sollte fertig geschrieben sein, bevor du ihn einreichst (Ausnahme: du hast bereits Bücher veröffentlicht)
- Genre und Umfang (Zeichenzahl) gehören in die Eckdaten
Unabhängig davon, ob Sachbuch oder Roman: Ein schlecht lektoriertes Exposé signalisiert dem Verlag mangelnde Professionalität. Wenn du nicht sicher bist, ob dein Text fehlerfrei ist, kann dir ein erfahrener Lektor helfen, das Exposé auf Hochglanz zu bringen.
Die häufigsten Fehler beim Exposé – und wie du sie vermeidest
Lektoren und Literaturagenten berichten immer wieder von denselben Fehlern. Hier sind die zehn häufigsten – und wie du es besser machst.
Fehler 1: Das Exposé ist zu lang
Ein Exposé sollte 3 bis 5 Seiten umfassen – nicht mehr. Wenn du 10 Seiten brauchst, um dein Buch zu erklären, deutet das darauf hin, dass dein Konzept nicht klar genug ist. Kürze radikal. Jeder Satz, der nicht zum Verständnis beiträgt, fliegt raus.
Fehler 2: Kein Pitch oder ein schwacher Pitch
Viele Exposés beginnen mit der Inhaltsangabe und überspringen den Pitch. Das ist ein gravierender Fehler. Ohne Pitch fehlt dem Lektor der Einstieg – er weiß nicht, warum er weiterlesen sollte. Formuliere einen Pitch, der in 30 Sekunden überzeugt.
Fehler 3: Die Zielgruppe fehlt oder ist zu vage
„Mein Buch richtet sich an alle Leser” ist kein Zielgruppen-Statement. Verlage brauchen konkrete Angaben, um einschätzen zu können, ob sich das Buch verkaufen lässt. Je präziser du deine Zielgruppe beschreibst, desto überzeugender ist dein Exposé.
Fehler 4: Keine Vergleichstitel genannt
Wenn du keine Vergleichstitel nennst, entsteht der Eindruck, dass du den Markt nicht kennst. Kein Buch existiert im luftleeren Raum. Zeige, dass du weißt, was es bereits gibt – und warum dein Buch trotzdem gebraucht wird.
Fehler 5: Das Ende wird verschwiegen (beim Roman)
Der häufigste Anfängerfehler bei Romanexposés. Sätze wie „Wird Margret das Geheimnis lüften? Das erfährt der Leser im Buch.” sind für einen Lektor ein Ablehnungsgrund. Er muss den gesamten Plot kennen, um die Geschichte beurteilen zu können.
Fehler 6: Rechtschreib- und Grammatikfehler
Klingt banal, ist aber einer der häufigsten Gründe für Absagen. Wenn schon das Exposé Fehler enthält, wird der Lektor annehmen, dass das Manuskript erst recht welche hat. Lass dein Exposé von mindestens einer weiteren Person gegenlesen – oder nutze ein professionelles Korrektorat.
Fehler 7: Zu viel Eigenlob, zu wenig Substanz
„Mein Buch wird ein Bestseller” oder „So ein Buch hat es noch nie gegeben” sind Sätze, die Lektoren sofort abschrecken. Lass die Qualität deines Konzepts für sich sprechen und verzichte auf Superlative.
Fehler 8: Falsches Format oder fehlende Eckdaten
Jeder Verlag hat eigene Einreichungsrichtlinien. Manche wollen das Exposé als PDF, andere als Word-Dokument. Manche erwarten eine Leseprobe von 20 Seiten, andere von 50. Lies die Richtlinien des Zielverlags sorgfältig und halte dich exakt daran.
Fehler 9: Kein Anschreiben
Das Exposé ersetzt nicht das Anschreiben. Ein kurzes, persönliches Anschreiben (eine halbe Seite) gehört immer dazu. Erkläre, warum du dich an genau diesen Verlag wendest und zeige, dass du das Programm kennst.
Fehler 10: Das Manuskript ist nicht fertig (beim Roman)
Einen Roman auf Basis eines Exposés zu verkaufen, funktioniert nur für etablierte Autoren. Als Debütautor sollte dein Roman fertig und überarbeitet sein, bevor du ihn einreichst. Verlage wollen sehen, dass du ein Projekt zu Ende bringen kannst.
Exposé-Vorlage und Checkliste
Hier ist eine Vorlage, die du als Grundgerüst für dein eigenes Exposé verwenden kannst. Passe sie an die Anforderungen des jeweiligen Verlags an.
Vorlage: Aufbau eines Buchexposés
Seite 1: Eckdaten und Pitch
- Arbeitstitel des Buches
- Genre / Kategorie
- Umfang (Normseiten oder Zeichenzahl inkl. Leerzeichen)
- Status (fertiggestellt / in Arbeit / geplante Fertigstellung)
- Pitch (3–5 Sätze)
Seite 2: Inhaltsangabe
- Sachbuch: Kapitelübersicht mit Kurzbeschreibung je Kapitel
- Roman: Handlungszusammenfassung (Anfang, Mitte, Ende)
Seite 3: Zielgruppe und Markt
- Zielgruppenbeschreibung (konkret, mit Zahlen)
- 2–3 Vergleichstitel mit Abgrenzung
- Aktualität und Relevanz des Themas
Seite 4: Autoreninfo
- Kurzbiografie (dritte Person, 150–200 Wörter)
- Relevante Qualifikationen und Veröffentlichungen
- Plattform und Reichweite (falls vorhanden)
Anhang: Leseprobe
- 20–30 Normseiten
- Roman: Anfangskapitel
- Sachbuch: Einleitung + ein starkes Kapitel
Checkliste vor dem Einreichen
- [ ] Pitch ist prägnant und macht neugierig (3–5 Sätze)
- [ ] Inhaltsangabe gibt vollständigen Überblick (beim Roman inkl. Ende)
- [ ] Zielgruppe ist konkret beschrieben
- [ ] Mindestens 2 Vergleichstitel genannt und abgegrenzt
- [ ] Autoreninfo in dritter Person verfasst
- [ ] Umfang, Genre und Status angegeben
- [ ] Leseprobe ist fehlerfrei und lektoriert
- [ ] Einreichungsrichtlinien des Verlags geprüft und befolgt
- [ ] Anschreiben beigefügt (persönlich, kurz, verlagsspezifisch)
- [ ] Gesamtes Exposé von einer weiteren Person gegengelesen
- [ ] Formatierung einheitlich und professionell (Schriftart, Abstände)
- [ ] Dateiformat entspricht den Vorgaben (PDF/DOCX)
Häufig gestellte Fragen zum Exposé
Wie lang sollte ein Exposé sein?
Ein gutes Buchexposé umfasst 3 bis 5 Seiten – ohne Leseprobe. Manche Verlage geben exakte Seitenzahlen vor, dann hältst du dich natürlich daran. Im Zweifelsfall gilt: lieber kürzer als länger. Ein Exposé, das auf 3 Seiten alles Wesentliche sagt, ist überzeugender als eines, das sich auf 8 Seiten verliert. Lektoren haben wenig Zeit und schätzen Autoren, die auf den Punkt kommen.
Muss mein Manuskript fertig sein, bevor ich ein Exposé schreibe?
Das hängt vom Buchtyp ab. Bei Romanen gilt: Ja, das Manuskript sollte fertig und überarbeitet sein, bevor du es einreichst – es sei denn, du hast bereits Bücher veröffentlicht. Bei Sachbüchern ist es anders: Hier werden Verträge häufig auf Basis eines Exposés plus Probekapitel geschlossen. Ein überzeugendes Exposé mit einer starken Leseprobe kann ausreichen, um einen Verlag zu gewinnen. Trotzdem solltest du eine solide Gliederung haben und belegen können, dass du das Thema beherrschst.
Soll ich mein Exposé an mehrere Verlage gleichzeitig schicken?
Ja, das ist üblich und absolut in Ordnung. Die meisten Verlage erwarten keine Exklusivität bei Einsendungen. Achte aber darauf, jedes Anschreiben individuell auf den jeweiligen Verlag zuzuschneiden. Ein Standardanschreiben, das offensichtlich an 30 Verlage gleichzeitig gegangen ist, hinterlässt keinen guten Eindruck. Recherchiere das Verlagsprogramm und erkläre, warum dein Buch genau zu diesem Verlag passt. Tipps zum richtigen Verlag finden helfen dir bei der Auswahl.
Brauche ich einen Literaturagenten, um mein Exposé einzureichen?
Nicht zwingend, aber es kann erheblich helfen. Große Publikumsverlage wie Rowohlt, Hanser oder S. Fischer nehmen in der Regel nur Einsendungen über Literaturagenturen an. Kleinere und mittelgroße Verlage akzeptieren dagegen oft Direkteinsendungen. Ein Agent bringt neben dem Verlagszugang auch Verhandlungserfahrung bei Verträgen mit. Wenn du noch keinen Agenten hast, starte mit Verlagen, die Direkteinsendungen annehmen, und arbeite parallel daran, einen Agenten zu finden.
Wie unterscheidet sich ein Exposé von einem Buchkonzept oder Treatment?
Die Begriffe werden manchmal synonym verwendet, aber es gibt Nuancen. Ein Exposé ist das standardisierte Dokument für eine Verlagsbewerbung – mit Pitch, Inhaltsangabe, Zielgruppe und Autoreninfo. Ein Buchkonzept ist oft ausführlicher und dient eher der internen Planung (z. B. für Sachbuchverlage, die ein Konzept gemeinsam mit dem Autor entwickeln). Ein Treatment stammt aus der Film- und Fernsehbranche und beschreibt eine Geschichte szenisch. Für die Bewerbung bei einem Buchverlag brauchst du in der Regel ein Exposé im hier beschriebenen Format.
Der Weg vom Exposé zum Verlagsvertrag
Ein professionelles Exposé ist der erste Schritt – aber nicht der einzige. Der typische Weg sieht so aus:
- Exposé + Leseprobe einreichen – an passende Verlage oder Agenturen
- Warten – Antwortzeiten liegen bei 4 bis 12 Wochen, manchmal länger
- Rückmeldung erhalten – Absage, Interesse oder Nachfragen
- Bei Interesse: Gespräch mit dem Lektor – hier werden Details besprochen
- Vertragsverhandlung – Konditionen, Vorschuss, Rechte
- Lektorat und Produktion – der Verlag übernimmt die weitere Bearbeitung
Nicht jede Absage bedeutet, dass dein Buch schlecht ist. Verlage lehnen Manuskripte aus vielen Gründen ab: Das Thema passt nicht ins aktuelle Programm, es gibt bereits ein ähnliches Buch im Verlag, oder die Programmplanung ist für die nächsten zwei Jahre bereits voll. Lass dich nicht entmutigen und reiche weiter ein.
Wenn du dein Manuskript vor dem Einreichen noch professionell überarbeiten lassen möchtest, ist das eine kluge Investition. Ein lektoriertes Manuskript und ein fehlerfreies Exposé signalisieren dem Verlag, dass du dein Handwerk ernst nimmst.
Und falls du dich fragst, ob der klassische Verlagsweg überhaupt der richtige für dich ist: Unser Vergleich Verlag vs. Selbstverlag hilft dir bei der Entscheidung.
Fazit: Dein Exposé ist deine Visitenkarte
Ein Buchexposé zu schreiben ist keine bürokratische Pflichtübung – es ist die Chance, deinem Buch die bestmögliche Ausgangslage zu verschaffen. In 3 bis 5 Seiten zeigst du, dass du ein tragfähiges Konzept hast, deine Zielgruppe kennst und professionell arbeitest.
Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:
- Investiere in den Pitch. Er entscheidet in 30 Sekunden über Interesse oder Absage.
- Sei konkret bei der Zielgruppe. Verlage brauchen Zahlen und klare Beschreibungen, keine vagen Aussagen.
- Nenne Vergleichstitel. Sie zeigen Marktkenntnis und helfen dem Verlag bei der Einordnung.
- Halte dich kurz. Jedes Wort zu viel schwächt dein Exposé.
- Lass dein Exposé lektorieren. Ein fehlerfreies Dokument zeigt Professionalität – und kann den entscheidenden Unterschied machen.
Wenn du dein Exposé fertig hast und dir unsicher bist, ob es wirklich überzeugt, kann ein professioneller Blick von außen helfen. Bei Lektorat.ai unterstützen wir Autoren dabei, ihre Texte auf Verlagsniveau zu bringen – vom Exposé bis zum fertigen Manuskript.
Viel Erfolg bei deiner Verlagsbewerbung.